Oh du Schöne - Prag!

(c) Reisebüro Wahl GmbH Wurzen - Botel Albatros Prag
(c) Reisebüro Wahl GmbH Wurzen - Botel Albatros Prag

Feiertage – und als Reisefee vom Reisebüro Wahl bleibt man ungern daheim. Aufgrund diverserer Familientermine, durfte es nicht so weit weg und dennoch für 2 Tage spannend sein.

 

Unsere Wahl fiel auf Prag. In meiner Jugend war ich das letzte Mal in dieser Stadt und meine Erinnerung daran bereits sehr verblasst. Am Samstagvormittag ging es los. Das Wetter hätte wirklich besser sein können. Uns begleiteten graue Wolken und ein ziemlich unangenehmer Nieselregen. Dennoch kamen wir wohl behalten in Prag an. Unser Botel Albatros (ja – ein Hotelboot auf der Moldau) haben wir sehr schnell gefunden und wir durften sofort unsere „Kajüte“ beziehen. Uns erwartete eine wirklich urige, und erstaunlicherweise sehr große Kabine. Das Mobiliar etwas in die Jahre gekommen, aber mit Stil sehr schön aufgehübscht und sauber. Das Flair war beinah einzigartig und so entschieden wir uns noch zum Mittagessen auf dem Boot zu bleiben. Humane Preise mit einem – wie wir sehr bald feststellen durften – ordentlichen „Großstadt-Aufschlag“.

 

Das Essen war rustikal sowie sehr lecker und frisch gestärkt, eingepackt in unsere Regenjacken, begaben wir uns auf den Weg entlang der Moldau in Richtung Innenstadt. Das Wetter hat dem unfassbarem Flair der Stadt nur wenig anhaben können. Begleitet von Tauben, Möwen und vielen anderen Touristen flanierten wir die Uferpromenade entlang. Vorbei an Bänken, deren Verziehrungen an Schlangen erinnerten. Vielen Schiffen, die am Ufer anlagen und noch mehr davon, die sich über die Moldau schoben. Vor uns die Karlsbrücke – unser erstes Ziel.

 

(c) Reisebüro Wahl GmbH Wurzen - HardRock Café Prag
(c) Reisebüro Wahl GmbH Wurzen - HardRock Café Prag

Je näher wir kamen, umso mehr Menschen gesellten sich dazu. Es waren eben Feiertage und das bunt durcheinander gewirbelte Volk in der Innenstadt allein schon sehenswert. Von Schulklassen über Junggesellenabschiede in bunten Farben bis hin zu Familien und Pärchen, die die freien Tage nutzten um die Stadt unsicher zu machen.

 

An der Karlsbrücke angekommen, fand ein ziemliches Gedränge statt. Was zu erwarten war. Wir reihten uns ein und spazierten vorbei an Straßenmusikern und unzähligen Kunstständen. Über Bilder, Schmuck bis hin zu kleinen Accessoires konnte man alles erstehen. Wer das unbedingt möchte, kann sich dort sicher mit dem ein oder anderen Souvenir eindecken. Aber Tipp: ausserhalb der Karlsbrücke bekommt man diese Dinge wesentlich günstiger.

 

Auf der anderen Seite angekommen, sind wir an einer kleinen Brücke über einen Nebenarm der Moldau stehen geblieben. In einem winzigen Restaurant mit Uferterrasse gab ein Gitarrist sein Stelldichein. Es war so wundervoll, ihm zuzuhören, dass wir uns schließlich auf ein Getränk dort nieder ließen. Wir wurden freundlich begrüßt und aufgrund der Temperaturen wurde direkt neben unserem Tisch ein kleiner „Heizpilz“ gestartet. So ließ es sich dort aushalten und genießen.

 

Einige Songs und Gespräche später, begaben wir uns in die Gassen rings um die Karlsbrücke. Überall gab es Märkte und es schien, als wäre ganz Prag auf den Beinen. So schlenderten wir durch diese wunderbare Stadt und vergaßen fast die Zeit. Kurzer Abstecher auf den Tower der Karlsbrücke und dann Richtung Wenzelsplatz in die Innenstadt. Wir hatten uns glücklicherweise noch einen Stadtplan (kostenlos in der Touristinfo) geben lassen, der durchaus hilfreich war, sich in dem Gewirr von Straßen und Gassen zurecht zu finden. Das HardRock Café war unser nächster Anlaufpunkt. Eine Location, die man unbedingt mal gesehen haben muss. Allein die Ausstellungsstücke und die riesige LED Gitarre, die von der Decke hing, waren sehenswert. Die Idee, dort etwas zu trinken oder zu essen, verwarfen wir jedoch nach Blick auf die Preise sehr schnell. Interessant war, dass man aber in der Stadt überall mit Euro zahlen konnte und sich damit teilweise sogar besser stellte, als wenn man in einer der vielen Wechselstuben in Kronen getauscht hätte. Die Gebühren waren unglaublich hoch.  

 

(c) Reisebüro Wahl GmbH Wurzen - HardRock Café Prag

 

Gegenüber von dem HardRock Café befand sich das Hotel U Prince. Ein Tipp meiner Kollegin, da dieses Hotel eine wundervolle Terrasse mit einem herrlichen Blick über Prag hat. Das Hotel selbst würde ich als althergebracht und ehrwürdig bezeichnen. Betritt man das Foyer, fühlt man sich sofort in ein anderes Zeitalter versetzt. Klein, aber sehr pompös und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Mit dem Fahrstuhl ging es dann in den 4. Stock und dort noch über ein paar Treppen auf die wunderbare Terrasse. Selbstverständlich hätte man da auch durchaus was essen und trinken können. Offensichtlich gehobene Küche. Aber für uns war es eher ein kurzer Fotostopp, was von den Angestellten dort auch geduldet wurde.

 

Zurück in den Straßen von Prag, begaben wir uns auf die vielen Märkte. Chöre sangen ihre Osterweisen und überall konnte man sich verpflegen und sich mit diversen Osterkleinkram eindecken. Auch hier zu entsprechenden Preisen. Es hat uns wirklich überrascht, dass Prag von den Nebenkosten her so teuer war. Dennoch holten wir uns eine dieser unglaublich triefenden Würste auf die Hand. Nach unserem Tagesmarsch hatten wir inzwischen wirklich Hunger. Und satt machte es allemal.

 

Wir stöberten dann in den vielen Läden. Es waren auffällig viele Kunsthändler dabei, bei denen man einige Liebhaberstücke erstehen konnte. Große und auch kleine. Als nächster Anlaufpunkt standen wir vor der astronomischen Uhr, die aber leider aufgrund von Renovierungsarbeiten komplett verhangen war. Schade, wir hätten sie gern in Original gesehen.

 

Schließlich traten wir den Heimweg zurück zum Botel an. Unsere Füße meldeten sich inzwischen und es war auch bereits Abend. Dort angekommen, haben wir den Tag bei einem tschechischen Bier gemütlich in der Bootsbar ausklingen lassen, bevor wir todmüde in unsere Kojen fielen.

(c) Reisebüro Wahl GmbH Wurzen - Straßenmusiker an der "John Lennon Wall"
(c) Reisebüro Wahl GmbH Wurzen - Straßenmusiker an der "John Lennon Wall"

Der nächste Tag erwartete uns mit strahlendem Sonnenschein. Es war wundervoll, vom Bett aus über die Moldau auf die Brücken und die Stadt zu blicken. So kann der Tag gern beginnen. Nach dem Frühstück checkten wir aus, verfrachteten unsere Habseligkeiten ins Auto (Parkplatz am Botel ca. 4 € - für Prager Verhältnisse sehr günstig) und begaben uns in den Letna Park auf der gegenüberliegenden Uferseite. Es eröffnete sich uns ein völlig anderes Prag. Streetart an allen Wänden und überall fand man gewisse Dinge in den Bäumen hängen. Von Schuhen über kleine Kunstwerke war fast alles zu finden. Auf dem Weg oberhalb der Stadt in Richtung Metronom, entschlossen wir uns, nach Geocaching zu suchen. Und wir wurden fündig. Gerade in Städten kann diese „Schnitzeljagd“ einen an sehr interessante Plätze führen, die man sonst wohl nie gefunden hätte. Sightseeing mal anders.

 

Die Sonne strahlte und wir genossen den herrlichen Blick über Prag. Hinter dem Metronom befand sich eine Skateranlage. Etwas anders, als ich das bisher kannte. Eher mit kleineren Hindernissen, aber bunt, wie auch der Rest des Parks. Ein einsamer Skater hatte sich zu dieser Tageszeit dorthin verirrt. Insgesamt war im Vergleich eher weniger am Metronom los. Schade, wie ich fand, da dieser Park ein buntes Beispiel für die Vielfältigkeit der Stadt ist. In dem Moment beschlossen wir noch, die John Lennon Wand zu besuchen und begaben uns den Berg hinunter, wieder Richtung Karlsbrücke. Auch in der Nähe der Wand noch schnell ein Geocaching „gefangen“ und dann vorbei an urigen Uferrestaurants mit alten Holzwasserrädern und winzigen, mit Schlösser behangenen Brücken zum „John Lennon“. Schon von der Ferne hörte man einen Gitarristen „Yesterday“ singen, was die Atmosphäre dieser bunten Sehenswürdigkeit noch unterstrich. Egal, ob Fan oder nicht  - für uns ein Muss in dieser Stadt und das perfekte Pendant zu all den historischen Sehenswürdigkeiten. Wir mussten lachen, als wir das Schild des Musikers in seinem Gitarrenkoffer lasen: „I need money to repair my timemachine to go back to the 60’s“. Es passte einfach zu den kreativen Menschen dieser Stadt.

 

 

Zum Abschluss spazierten wir wieder am Moldauufer zurück zu unserem Auto um dann die Heimreise anzutreten.

 

Kurz vor der Grenze machten wir in Velemin noch Halt um etwas in einer Gaststätte namens „Motorest“ zu essen. Als ehemalige DDR-Bürger fühlten wir uns in der Gaststätte sofort an unsere Kindertage erinnert. Sicher nicht jedermanns Sache, aber wir fühlten uns wohl. Ein junges Team kümmerte sich liebevoll um das Wohl der Gäste und die Preise lagen ca. bei einem Drittel im Vergleich zu denen von Prag. Die böhmische Küche war gut und lecker. Alles in Allem ein gelungener Abschluss unseres kurzen Abstechers zu unseren Nachbarn. Prag – wir kommen sicher wieder!

 

Anja Schwartz