Naturparadies La Gomera

Eine kleine, gemütliche Insel im Atlantik. Sie gehört zu den Kanarischen Inseln und zu dem Land Spanien. Nur ein kleiner regionaler Flughafen. Wo sollte man den auch bei dieser dunklen und kargen Küste eine große Landebahn hin bauen? La Gomera ist also fast ausschließlich auf dem Seeweg zu erreichen.

So flogen unsere Wanderfreunde von Deutschland nach Teneriffa, um dann mit der Fähre Fred Olsen Express nach La Gomera überzusetzen. Eine langwierige Anreise, vergleicht man das mit anderen Reisezielen. Man muss darauf achten, dass der gebuchte Flug rechtzeitig auf Teneriffa landet, um noch am gleichen Tag nach La Gomera übersetzen zu können. Für unsere Reisenden kein Problem - es war alles genauestens organisiert und so trafen sie noch am Anreisetag auf La Gomera ein. Gebucht wurde ein Appartment im Hotel Las Mozas - direkt neben dem Hotel Playa Calera, dessen Einrichtungen mit genutzt werden konnten. Für das leibliche Wohl sorgte das gebuchte Frühstück, das ebenfalls im benachbarten Hotel eingenommen wurde. Der Ort Valle Gran Rey ist relativ überschaubar, jedoch mit ausreichenden Möglichkeiten zur Selbstversorgung. Es gab in der Nähe einen kleinen "Spar-Markt", in dem man sich zu handelsüblichen Preisen noch mit allem Notwendigen versorgen konnte. Ausserdem noch einige kleinere Geschäfte und Restaurants sowie einen ortsansässigen deutschen Arzt und eine Apotheke. Es ist dennoch ein Ort für Ruhesuchende, die den Trubel der großen Touristenorte eher meiden.

Unsere Kunden lieben die Natur und sind zum Wandern auf die Insel gekommen. Nach einigen Recherchen wurde die Agentur Timah ausfindig gemacht. Ein kleines Büro von Timah gab es im Ort, aber auch die örtlichen Reiseleitungen arbeiten mit dem Wanderspezialisten zusammen. Die geführten, deutschsprachigen Touren kosten zwischen 30 und 50 €. Man sollte dafür durchaus einen Tag einplanen, da es meistens nach dem Frühstück los geht und man erst am späten Nachmittag wieder zurück ist. Der Transfer wird von der Agentur komplett ab / bis Urlaubsort organisiert. Die Wahl der geführten Wanderungen war schnell getroffen und so ging es erstmal zum Tafelberg Argoday - "den Mächtigen", wie ihn die Ureinwohner nannten.  Eine Wanderung auf 1241 m des "La Fortaleza" (der Tafelberg), die gerade in den höheren Lagen durchaus einer gewissen körperlichen Fitness und ausserdem einer Jacke bedarf. Wer sich die letzten Höhenmeter nicht zutraute, konnte jedoch ohne Probleme in einem kleineren Ort am Fuße des Berges pausieren. Und die unglaublich faszinierende Flora und Fauna der Insel bei einem Kaffee oder einer Erfrischung genießen, bis die Gruppe zurück kam. Alles lief reibungslos ab und als Abschluss gab es eine gemeinsame Erfrischung (gegen Aufpreis) in einem kleinen, landestypischen Gasthaus. 

Als erfahrene Wandersleute haben unsere Urlauber auch zwei Touren auf eigene Faust unternommen. Als erstes zu dem Wasserfall "Salto de Agua" in Barranco de Arure. Mit dem Namen "Barranco de Arure" wird eine Schlucht bezeichnet, die sich nördlich vom Valle Gran Rey und etwa 5 Kilometer westlich vom Ort El Cercado entfernt befindet. Diese Tour ist direkt von Valle Gran Rey aus möglich. Das Wasser des Barranco, das von Arure herunter kommt, ergießt sich hier in einer zweistufigen Kaskade aus einem engen Felsdach heraus in einen kleinen Teich, der weiter den Bach bildet, durch den unsere Naturfreunde heraufgewandert sind.

Ausserdem führte sie ein weiterer Weg von Valle Gran Rey über Merica zu dem malerischen Dorf Arure. Diese Empfehlung entnahmen unsere Urlauber einer Wanderkarte, die sie vor Ort bekommen haben. Eine Route über ca. 7 km. Geplant für ca. 3 h. Die Steigung hatte es in sich, aber unsere Wandersleute haben das mit Bravour gemeistert. Auf dem Rückweg allerdings entschieden sich beide für den öffentlichen Bus, der sie entspannt wieder zurück nach Valle Gran Rey brachte.

Die nächste Tour wurde wieder geführt mit Timah geplant. Unsere Urlauber haben sich für die "Wildkräuterwanderung" entschieden. Gerade für begeisterte Fans der Pflanzenwelt absolut empfehlenswert. "Unglaublich, was man da alles noch an Infos mitbekommt!" verrieten uns unsere Kunden. So gab es Gagelbäume, "falschen Pfeffer", Lorbeerbäume, wilden Fenchel und Johanniskaut in freier Natur zu sehen. Teilweise stammen die Pflanzen - wie z.B. der "falsche Pfeffer" - ursprünglich gar nicht aus der Gegend. Sie wurden im 18 Jahrhundert aus den Kolonien von Übersee auf die Kanarischen Inseln gebracht um sie dort anzusiedeln. Der König Juan Carlos II liess dazu auf Teneriffa extra einen botanischen Garten anlegen. Über die Jahrhunderte siedelten sich viele Pflanzen außerhalb des Gartens an. Und kamen so auf die benachbarten Inseln und wachsen heute dort ebenfalls wild.

Ausserdem gab es durchaus nützliche Hinweise von dem Wander- und Kräuterführer der Tour. Das stimmungsaufhellende Johanniskraut z.B. - so wurde es erzählt - sollte man nicht in den Sommermonaten zu sich nehmen, da es eine Sonnenallergie hervor rufen kann. "Das war uns so auch noch nicht bekannt." staunten unsere Kunden. Zum Schluss der Wanderung gab es die Möglichkeit einer traditionellen Mahlzeit. Diesmal im Casa Efigenia La Montana.

Die absolut beste Wahl, wie sich schnell herausstellte. Die Besitzerin Efigenia ist ein Urgestein La Gomeras und lebt voller Begeisterung für ihren Garten und ihr Restaurant. Alles, was man in diesem Gasthaus zu essen bekommt, wird fast ausschließlich aus eigenen Produkten hergestellt. So bekamen unsere Reisenden für kleines Geld ein 5-Gänge-Menü, von dem sie heute noch schwärmen! Im eigenen kleinen, urgemütlichen Laden kann man auch das ein oder andere "Leckerchen" - wie z.B. Ziegenkäse - von Efigenia erstehen und als schmackhafte Erinnerung an den Urlaub mit nach Hause nehmen. Die taffe Vollblutspanierin ist auf der ganzen Insel bekannt und auch absolut einen Besuch ausserhalb einer Wanderung wert.

Ein weiteres Highlight der Reise, war die Walbeobachtung. Um ganz ehrlich zu sein, waren unsere Gäste anfangs ziemlich skeptisch, ob man bei dem Ausflug wirklich auch Wale zu Gesicht bekommt. Sie sollten aber nicht enttäuscht werden. Mit Kapitän José Miguel und seinem Team von Speedy-Adventure ging es auf Tour. Die Bootsführer und Guides wussten sehr genau, wo sie hinsteuerten und so bekamen sie Delfine wie auch Wale vor die Linse. "Es war gigantisch, diese Tiere so aus der Nähe zu sehen!" berichteten unsere Kunden. Kleiner Tipp von unseren Urlaubern: Das Fotografieren der Tiere stellte sich als ziemlich schwierig dar. Man wusste ja nie genau, wo sie gerade aus dem Wasser auftauchten und dann auch noch im rechten Moment den Auslöser zu drücken, war durchaus eine Herausforderung. Daher empfehlen sie, Videoaufnahmen zu machen, aus denen man im Nachgang dann Fotos am PC abspeichern kann. Die Software Snipping Tool von Microsoft (findet man unter Zubehör und ist in der Regel vorinstalliert) kann dabei durchaus behilflich sein.

In jedem Fall hatten unsere Reisenden eine wunderbare Zeit auf La Gomera. Mit der Fähre ging es dann wieder nach Teneriffa und von dort startete der Flug nach Deutschland. Wir danken herzlich für den tollen Urlaubsbericht in unserem Büro und die wunderbaren Fotos, die uns für diesen Blog zur Verfügung gestellt worden! Und wir dürfen gespannt sein, wohin die nächste Reise für unsere Wanderfreunde gehen wird. Azoren? Madeira? Wir werden sehen.. und dann sicher auch hier wieder einen tollen Reisebericht mehr haben.

 

Anja Schwartz

-Reisebüro Wahl GmbH Wurzen-

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