Vienna is calling ....

Via Prag fuhren wir in 6 Stunden in den ca. 5 km vom Inneren Ring entfernten 19. Wiener Gemeindebezirk Döblingen, genauer gesagt nach Neustift am Walde. Eine unserer besten Ideen, denn bei 30°C im Mai war es genial, im Landhaus im Grünen, nahe der Heurigen, die entlang der Strasse wie Perlen aufgereiht sind, zu wohnen. Es war ein äusserst herzlicher Empfang im Landhaus Fuhrgassl-Huber, welches an dem Platz, wo sich einst das Alte Rathaus von Neustift befand, viele Stammgäste begrüsst. Inmitten der malerischen Weinberge fühlt man sich hier wie in Familie und geniesst sowohl die Gastfreundschaft als auch das gute Essen. Das Landhaus liegt "unmittelbar vor den Toren Wiens", in einer verträumten, ruhigen Gegend, die nicht vermuten lässt, wie nah man der Großstadt ist! Wir können es nur wärmstens weiter empfehlen!

30 m zu Fuss, die Strasse herunter, lag die Bushaltestelle. Aller 7 Minuten konnten wir Richtung Spittelau fahren, von wo es mit der U-Bahn U4 weiter zur Innenstadt ging. Eine Vienna-City-Card macht sich hier bezahlt, zumal sie außer 24, 48 oder 72 Stunden Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs noch unzählige Vergünstigungen bietet. Das Hop-on-Hop-off-Konzept in Wien ist eines der besten, welches uns je untergekommen ist! Einmal betreibt BIG Bus die Rote und die Blaue Route und zum anderen verkehren mit den Vienna Sightseeing Bussen die Rote, Blaue, Grüne, Gelbe und Graue Linie in und sogar um Wien. Mit diesem dichten Netz an Haltestellen, an deren Schnittpunkten sich auch die Linien wechseln lassen, erlebt man die Schokoladenseiten der Stadt. Ein Audioguide in 16 Sprachen und mit einer Kinderführung lässt sich hier wie in der Ringbahn mit 8 Sprachen und in Mundart von allen Interessierten nutzen. Auf diesem Weg erhält man den besten Überblick über die Hotspots der Stadt, wenn man das erste Mal in Wien ist. Ansonsten schont's die Füß'...

Wien-City

Wer sich bei einem verlängerten Wochenende auf Wiens Kirchen, die Museen, die Hofburg & Sissi konzentrieren möchte, der wird wohl von Wien insgesamt wenig sehen. Es ist aber in dieser kurzen Zeit auch nicht möglich, Wien komplett zu erkunden.

 

Wir hatten – auch auf Grund der hohen Temperaturen – eine andere „Wien-Variante“ gewählt. Frühe Vögel wie wir entgehen den Touristenmassen, die sich an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und vor allem nachmittags in der Stadt schieben und drängen. Deshalb starteten wir meist früh gegen 08:00 Uhr in die City und verbrachten den heißen Nachmittag in der wunderschönen grünen Umgebung Wiens.

 

Ein Tip für diejenigen, welche noch nie in Wien waren: uns hat das ca. 25-minütige Sightseeing auf Schienen mit der Ring-Tram entlang der Prachtstrasse „Ring“ einen guten ersten Eindruck vermittelt. Wo sich ehemals die Stadtmauer Wien’s befand, fährt heute die gelbe Bim ab dem Schwedenplatz vorbei an der Staatsoper, dem Volksgarten, dem Burgtheater, prachtvollen Palästen und dem in Renovierung befindlichen Parlamentsgebäude im griechischen Stil entlang. Über Kopfhörer bekamen wir alle wichtigen Informationen sofort „auf's Ohr“.

 

Von der Bahn aus bemerkten wir bereits die Blütenpracht im Volksgarten. Deshalb führte uns der nächste Weg in den ehemals als Privatgarten für die Erzherzöge konzipierten Rosengarten. Die Hofgartenverwal-tung machte aber 1823 überraschenderweise den Vorschlag, erstmals einen Garten aus Privatbesitz den Wienern öffentlich zugänglich zu machen. Zwischen dem Eingang zum Burgtheater und dem Grillparzer-denkmal betraten wir den Rosengarten mit 3.000 Rosen und 200 Sorten. Bereits im Mai standen tausende Rosen in Blüte und Menschen genossen die unzähligen Reihen der Rosensträucher, die teilweise durch Rosenpartnerschaften finanziert werden.

 

Der sich anschließende Stadt-Spaziergang führte uns vom Volksgarten über die ehemalige Kaiserresidenz Hofburg (für alle, die das Sissi-Kleid in Schönbrunn suchen: es befindet sich hier im Sissi-Museum, einem der drei Museen in der Burg), die Spanische Hofreitschule, wo die weißen Pferde Wiens zuhause sind, zur Domkirche St. Stephan. Der weltberühmte Stephansdom ist als Bauwerk und Kulturgut DAS Wahrzeichen Wiens – erst dann kommen Prater, Naschmarkt, Opernball und Sachertorte. Das gotische Bauwerk, welches von den Wienern liebevoll „unser Steff’l“ genannt wird, ist nicht nur äußerst prunkvoll und geschichtsträchtig sondern beherbergt in den Katakomben auch Gebeine der verblichenen Habsburger. Diese stammen ursprünglich nicht aus Österreich sondern aus dem Schweizer Kanton Aargau, wo ihre Stammburg – die Habsburg – lag.

Volksgarten

Wiener Prater

Wir haben in Wien Dank der Sightseeing-Buslinien so viel gesehen, dass wir Euch gern unsere Erfah-rungen zu den verschiedenen Stationen mehr thematisch und weniger zeitlich geordnet weitergeben möchten: deshalb beginnen wir mit dem Ausflug zum Prater, den wir mit der Blauen Linie (Hundertwassermuseum, Prater, Donauinsel, Alte Donau) unternahmen. Durch unsere Vienna-Card war der Eintritt in das Riesenrad kostenlos.

Das Riesenrad ist eines der Wahrzeichen der Stadt Wien. Als eines der größten Riesenräder der damaligen Welt 1897 zur Feier des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. errichtet, sollte es 1916 - nach der Enteignung seines britischen Besitzers - fast abgerissen werden. Es blieb zwar erhalten, aber der nächste Eigentümer wurde 1938 "arisiert". Da es 1944 durch Feuer und Bomben fast ausbrannte, wurden aus Stabilitätsgründen statt der ursprünglich 30 nur noch 15 (Eisenbahnwaggon-)Gondeln wieder eingehangen. Heute ist es DIE Attraktion des Praters. Wer allerdings vermutet, dass es sich mehrmals dreht, der liegt falsch. Eine Runde heisst: 30 Personen steigen in den ersten Waggon ein, dieser wird hochgedreht, bis der nächste parallel zu Einstiegplattform steht usw. usw.. Kommt man wieder am Ausgangspunkt an, ist die Fahrt zu Ende. Aber es ist fantastisch: man wird mit Ausblicken auf Wien, die Hausberge, die Donau und viele Schlösser & Stifte, deren Namen man heraus finden muss, sowie auf das gesamte Pratergelände belohnt!

Den Vergnügungspark Prater mit seinen vielfältigen Fahrgeschäften & Attraktionen haben wir nur am Rand gestreift. Auch Madame Tussaud's ließen wir "links liegen" und können deshalb nichts dazu ausführen.

Donauinsel/Uno-City

Mit dem Sightseeing-Bus fuhren wir weiter bis zur Donauinsel (Achtung: aktuell ist der Donauturm wegen Bauarbeiten geschlossen), entlang der vielen Strandbäder, die wir in Wien nie erwartet hätten, und vorbei an der UNO-City Wien

Museumsquartier

Im Zentrum Wiens besichtigten wir als Nächstes das Museumsquartier.

Mit dem Leopoldsmuseum, dem MuMok und der Kunsthalle Wien beherbergt das Quartier Institutionen der Künste. Außerdem ist es aber ein Treffpunkt für Jedermann. Kleine Gaststätten, Brunnen, liebevoll ausgemalte Torbögen und diverse Veranstaltungen lassen es lebendig, jung und dynamisch auf den Besucher wirken. Das Areal ist in Privatbesitz, wird aber für Einheimische, Touristen und Kunstbegeisterte geöffnet, so lange sich diese zu benehmen wissen und Ruhe und Ordnung wahren. Vor den Toren des Quartiers fand gerade ein Markt statt, der jungen Designern die Möglichkeit bot, ihre neuesten Kreationen zu präsentieren. Das Quartier ist hip und man sollte ihm zumindestens eine ausgedehnte Stipvisite abstatten!

Vom Museumsquartier liefen wir über den belebten und begrünten Platz zwischen Kunst- und Naturhistorischem Museum zum Burgring. Dabei passierten wir das Denkmal der bekanntesten Habsburgerin Maria-Theresia, die auf Grund der Tatsache, dass sie ihrem Mann 16 Kinder gebar, auch "Mutter Europas" gennant wird. Es gibt fast keine bedeutende Adelsfamilie, in die nicht eines ihrer Kinder eingeheiratet hätte.

"Hausberg" Kahlenberg

Langsam wurde es heiß und dichtgedrängt im Zentrum Wiens. Am berühmten Café & Hotel Sacher standen Touristen-Schlangen und begehrten Einlass, die Restaurants und Cafés verkündeten mit babylonischem Stimmengewirr, dass Touristen aller Nationalitäten sich an den Hotspots der Stadt tummelten. Wir beschlossen, den Nachmittag und Abend am Kahlenberg - einem der Hausberge- im Wienerwald ausklingen zu lassen.

Wir nutzten die Linie U4 bis Heiligenstadt und stiegen dann in den Bus 38A ein. Dieser Bus fährt durch das malerische Weindorf Grinzing mit seinen Heurigen und brachte uns in einer halben Stunde bis ganz nach oben. Alternativ könnt Ihr - so wie viele Wiener - den Heurigenexpress nutzen, der an Weingärten vorbei mit beliebig vielen Aus- und Zustiegen entlang tuckert. Ihr fahrt mit der Straßenbahnlinie D bis zur Endstation Nußdorf. Von April bis Oktober geht es dann stündlich mit dem Vienna Heurigen Express in 45 Minuten "auf den Berg". Die letzte "Abfahrt" nicht verpassen, denn dann wird es langwierig, bis Ihr wieder in der Stadt seid!! Die Buslinie 38A verbindet im Übrigen auch den Kahlenberg mit der zweiten "Aussichtsterrasse" Wiens im Grünen: dem Leopoldsberg.

 

Wir vermieden das Skyline Lounge Restaurant auf dem Gipfel des Kahlenbergs, da uns dieses zu touristisch war. Stattdessen wanderten wir die wunderbar schattige Höhenstrasse wieder ein Stück bergabwärts, um zur Josephinenhütte - Der Hütte am Weg zu gelangen. Es gibt dort eine Selbstbedienung mit Grillhütte und ein Restaurant. In diesem machten wir es uns im Garten bei Josefinenburger, hausgemachten Käsespätzle und einer Jausenplatte gemütlich. Ein wunderbarer Ausklang für einen erlebnisreichen Tag. Lasst Euch das nicht entgehen.

 

Zum krönenden Schluss aber ließen wir es uns nicht entgehen, in die Touristenmassen auf der Ausichtsplattform des Kahlenberges einzutauchen, um wenigstens einmal den Rundumblick über Wien, die Wachau und auf die in der Weite verschwimmenden Gebäude oder Überreste von Stiften, Palästen und Burgen zu genießen.

Wachau

Einen ganzen Tag haben wir uns für die traumhaften Landschaften entlang der Donau in der Wachau Zeit genommen. Es war ein Tag, den wir nicht missen möchten, denn er hat uns eine ganz andere Welt vor den Toren Wiens gezeigt! Wir sind mit dem Auto gegen 07:00 Uhr früh losgefahren, um uns die Freiheit nehmen zu können, zu verweilen, wo es uns gefällt. Es gibt allerdings auch die Variante mit öffentlichen Verkehrsmitteln und der Donau-Schifffahrt, die Ihr unter dem oben hinterlegten Link findet. 

 

Im Donautal zwischen Melk und Krems, welches zum Weltkulturerbe zählt, findet Ihr einige der schönsten Stifte, Kirchen und Städtchen Niederösterreichs. Wir haben uns für den zeitigen Besuch von Stift Melk, das Städtchen Dürnstein und zum Schluss Stift Göttweig entschieden. Mehr geht einfach nicht an einem Tag, wenn man sich alles mit Muße anschauen möchte!

UNESCO Weltkulturerbe Stift Melk

Die historische Bedeutung und Geschichte von Stift Melk mit seiner berühmten "Kaiserstiege" - die aber auch andere Klöster & Stifte aufweisen, die öfter von gekrönten Häuptern der damaligen Zeit "heimgesucht" worden - kann jeder Interessierte hier nachlesen.

 

Nach einer sehr interessanten Führung durch das große Kulturensensemble inklusive pittoresker Aussichten auf das Städtchen Melk, welches in der Vielfalt seiner Räume Geschichte & Tradition widerspiegelt und immer wieder mit modernen Installationen in den Kaiserzimmern auch auf den Glauben und den inneren Frieden zielt, erreichten wir zum Abschluss die grandiose Bibliothek. Dieser Teil des Stiftes beeindruckte uns zutiefst. Von den 100.000 Werken, die seit Bestand des Stiftes zusammengetragen worden, kann man nur einen Bruchteil sehen. Aber bereits dieser Teil "inszeniert" sich selbt. Zusammen mit den Deckenfreskos, die eine fast nicht zu erforschende optische Täuschung von Höhe vorgaukeln, löste die Bibliothek in uns Staunen, Ehrfurcht und Unfassbarkeit aus. Als wir sie leisen Schrittes verließen, endete unser Rundgang - vorbei an der "Spiralwurmtreppe" - in der Stiftskirche.

Nach ca. 2 Stunden endete unsere Führung durch das großartige Gesamtkunstwerk von Stift Melk mit der eigenen "Erforschung" der Stiftskirche. Bereits auf dem Hinweg hatten wir den Eingang zum Stiftgarten Melk, dem kleinen Paradies hinter dem ehemaligen Bollwerksturm, entdeckt. Für die Landesausstellung „Auf der Suche nach dem verlorenen Paradies“ im Jahr 2000 wurde der bis dahin ungepflegte Park mit dem Konzept "Kirche bunt" aus seinem Dornröschenschlaf geweckt, die alten Wegstrukturen und Sichtachsen - vor allem auf den Gartenpavillon - aus der Barockzeit freigelegt.

Ein herrliches Pendant zum Kloster selbst, eine Ergänzung und Erholung im Grün der alten Bäume, mit kleinen Kunstwerken und wieder revitalisiertem Kräutergarten! Die alten Linden am Wasserreservoir auf der dritten Ebene knarzen seit 250 Jahren leise vor sich hin. Heute sind sie so altersgebeugt, dass die Allee beidseitig gesperrt wurde, damit niemand von der langen Geschichte, die die Blätter der Bäume singen, erschlagen wird!

Dürnstein

In das romantische Dürnstein an der Donau in Niederösterreich führte uns unsere Fahrt als Nächstes. Das Städtchen im NIbelungengau lag in der gleißenden Mittagssonne - deshalb ersparten wir uns den sicher imposanten Aufstieg zur Burgruine der Kuenringer-Burg, dem Haus des ehemals so mächtigen Geschlecht aus Bayern. In dieser Burg oder einer ihrer Nebenburgen hielt man den englischen König Richard I. Löwenherz gefangen, als er aus dem Heiligen Land zurückkehrte, und lieferte ihn später an den deutschen Kaiser Heinrich VI. aus.

 

Wir bummelten durch die engen Altstadtgässchen mit den malerischen Häusern in ihrem Blumenschmuck, vorbei an jeder Menge kleiner Läden, die fast alle mit Produkten aus der Region handelten. Letztendlich suchten wir aber nur noch nach einer schattigen Idylle, um dort den Mittag zu verbringen und uns die leckeren Gerichte Niederösterreichs zu Gemüte und zum Magen zu führen. Fündig wurden wir im Alten Klosterkeller auf der lichtdurchfluteten Terrasse mit Blick über die Weinreben bis hin zur Donau. Die Speisekarte erzeugte wieder einmal die Qual der Wahl, denn eigentlich ist man versucht, sich von jedem Gericht eine Seniorenportion zu bestellen, bis vor einem ein "Tischlein deck-dich" entsteht, wo man von allem naschen kann! Entgegen der teilweise genervte Bewertungen von Gästen können wir nur sagen: wie es in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus! Wir verbrachten sowohl im kulinarischen als auch im impressionistischen Gefühl wunderbare Stunden dort. Wer es nicht mag, sollte weiter wandern nach Unterloiben und dort sein Glück versuchen.

Nach den gemütlichen Mittagsstunden liefen wir die Hauptstraße in Dürnstein zurück und besichtigten die das Stift der Augustiner Chorherren, welches mit seinem auffällig barockpuderblauen Kirchturm als Wahrzeichen der Wachau gilt. Außer uns befand sich kein Mensch in der ruhigen barocken Stiftskirche. Wahrscheinlich schreckte der Eintritt die meisten Touristen ab, die dann lieber frei zugängliche Kirchen in der Wachau besichtigen! Für uns lohnte sich der Eintritt aber allemal, denn wir wurden mit einem traumhaften Blick auf die Donauwindungen, in die Wachau und auf die anlegende Schifffahrt belohnt. Die Donauschiffer sind zu bewundern, vollbringen sie doch in der starken Strömung wagehalsige Manöver, um dann die Ausflugsschiffe passgenau an den Steg treiben zu lassen. Wer nicht mit dem Auto unterwegs ist, der kann den Ausflug auch von Wien aus auf der Donau erleben.

Stift Göttweig

Nach wunderbaren Stunden in Dürnstein verließen wir geschichtsträchtigen Ort und folgten der Straße entlang der Donau vorbei an Krems in Richtung Wien. Von Ferne fiel uns auf der anderen Donauseite ein weiterer, die Silhouette dominierender Prachtbau auf. Wir beschlossen, uns das Gebäude zum Abschluss der Fahrt anzusehen, da wir neugierig waren. An der letzten Ausfahrt bei Mitterau querten wir die Donau und folgten der L100. Aus der Nähe betrachtet ähnelte die Anlage dem Stiftsbau Melk, sie rief zumindestens ein kleines De ja vue hervor. Und siehe da: es war ein weiteres Stift in Klösterreich. Der Benediktiner Stift Göttweig liegt auf einer Anhöhe, bietet einen traumhaften Rundblick von seiner Restaurantterrasse über die liebliche Landschaft der Wachau und kann ebenso wie Melk eine imposante Kaiserstiege vorweisen. Der Marillen- und naturbelassene Kräutergarten des Stifts ist der höchstgelegene der Wachau.

Das Weltkulturerbe-Ensemble, welches seine Be-sucher mit den Worten "PAX-Friede" über dem Eingang begrüßt, gehört zu den barocken, geistigen Zentren, die nach den Franzosenkriegen langsam wieder Mittelpunkte des spirituellen Lebens im Donautal wurden.

 

Die Stiftskirche, in ihrem Langhaus aus der romanischen Phase und somit aus dem 11. Jahrhundert nachgewiesen, beherbergt nicht nur wundervolle Fresken und Fenster sondern auch in der Krypta eine Pietá aus dem 15. Jahrhundert.

 

Die Wallfahrt zur Schmerzhaften Mutter Gottes im Stift Göttweig hat eine lange Tradition und ist in den letzten zwei Jahrzehnten neu aufgelebt.

 

Von Stift Melk zum Stift Göttweig kann man heute dem Welterbesteig und einem kurzen Abschnitt des Jacobsweges folgen. Seit Jahrhunderten folgen die Benediktiner dem Gebot »Ora et Labora et Lege« (bete, arbeite und lese). Der Messwein wird seit jeher nach dem kirchlichen Reinheitsgebot aus z.B. der Traube des Grünen Veltliners selbst hergestellt und bietet als "himmlischer Tropfen" wahren Trinkgenuss. Die Weinproduktion wurde frühzeitig zu einem wirtschaftlichen Standbein des Klosters. Die Gottschelle mit ihren mächtigen Lößformationen ist eine der besten Reblagen am Göttweiger Berg. Hier kann man die edlen Tropfen auch erwerben und zuhause allen demonstrieren, dass "die Messen gesungen " sind...

 

Leider waren wir zum Ende eines wunderschönen Tages so "fusslahm", dass wir dem Stift nicht mehr die ganze gebührende Aufmerksamkeit schenken konnten. Deshalb nahmen wir ein paar dunkle Gewitterwolken über den Rebfeldern zur Ausrede, um nach Neustadt am Walde zurück zu kehren und uns im Buschenschank Wolff noch einmal alle Erlebnisse "auf der Zunge zergehen zu lassen".

Sissi-Schloss Schönbrunn

Wer hat sie nicht immer an Weihnachten g'schaut, a geh, die Siiiissssiiiii-Filme mit dem Froanz'l? Vielleicht auch erst später die Parodie im Viervierteltakt von Bully Herbig? Egal, die Elisabeth von Österreich-Ungarn - auch als Romy Schneider bekannt - wohnte jedenfalls mal notgedrungen in Wien. Genauer gesagt: im Schloss Schönbrunn und in der Hofburg. Und alle denken, die Elisabeth oder die Romy haben ihr Kleid in Schönbrunn hängen lassen. Aber Irrtum: irgendeiner muss aufgeräumt haben und hat es in die Kaiserlichen Gemächer in der Hofburg g'schafft, der Baraber!

 

Wir fanden uns jedenfalls an Tag 1 nach Klösterreich auf dem Weg zum Kleid, ähhh .... zum Schloss wieder. Unter leichtem Protest einer der Beteiligten, die schon dort war. Sie erinnerte sich noch gut an Schieben, Drängen, Schubsen, unverständliche Kommandos, noch unverständlichere Verhaltensweisen und einen Geruch nach muffigen Jahrhunderten und modernen Billigdüften in den weiten Fluren und Zimmerfluchten des Schlosses. Aber dieser letzte Einruck einer Einzelperson, die statistisch völlig zu vernachlässigen ist, soll den glorreichen Zeiten und wirklich interessanten Geschichten aus dem kaiserlichen Nähkästchen keinen Abbruch tun! Vom ehemaligen Jagdschloss mauserte sich der Schloss Schönbrunn zur Sommerresidenz der kaiserlichen Habsburger, in der die Kaiserin höchstselbst auf der Gloriette ihr Frühstück einnahm. Dieses Schloss erlebt zu bestimmten Zeiten einen solchen Besucheran-drang, dass wir jedem empfehlen würden, seine Tickets online zu buchen. Der Möglichkeiten gibt es viele: unterschiedliche Touren im Schloss selbst, die Kombination mit Stadtrundfahrt ect.pp. bei Vienna Sightseeing, der Hopp aus dem On-/Off-Bus oder eine private Führung - wir wollen hier nicht alle aufzählen, aber darauf hinweisen, dass sie sehr unterschiedliche Preise haben!

 

Fotographieren und Filmaufnahmen sind in bestimmten Teilen des Schlosses genehmigungspflichtig, so dass hier Websites "herhalten müssen", um diesen Textabschnitt zu illustrieren.

 

Nach der Großen Tour durch die kaiserlichen Gemächer, Prunkräume und Empfangshallen widmeten wir uns der frischen Luft, dem Schlossgarten und der berühmten, weiss schimmernden Gloriette, die auf dem Gipfel des Schönbrunner Berges die barocke Anlage sozusagen krönt. Die Panoramabahn "Der Schönbrunner" durchquert den Schlosspark und lässt einen auf gemütliche Art und Weise zum Beispiel das Palmenhaus mit seinen ca. 4.500 Pflanzenarten von außen "besichtigen". Der Schlosspark in seiner Ausdehnung ist fast so groß wie das Fürstentum Monaco, weshalb es ratsam ist, sich einen Überblick zu verschaffen. Leider hatten wir keine Zeit, um auch das Areal, welches die Wiener am meisten lieben - den Tierpark - zu besuchen.

An der Gloriette verließen wir den Zug, um Wien aus einer ganz anderen Perspektive "von oben" zu sehen, wobei uns das Schloss quasi "zu Füßen lag". Deshalb sparten wir uns auch den Eintritt für die Dachterrasse des Belvedere, denn über das große Wasserreservoir, welches Brunnen und Fontänen speist, konnten wir bereits alles perfekt sehen! 

 

Nach der gemütlichen Parkbesichtigung mit dem gelben Bähnle, in dessen Lok man fast Tim Knopf erwartet hätte, landeten wir wieder am Kronprinzengarten und setzten unsere Tour mit der Fahrt zur Wienzeile, zum weltbekannten Naschmarkt, fort.

Naschmarkt

Der Naschmarkt- wer weiß nicht, wo er sich befindet? Derjenige hat Wien noch nicht besucht! Denn dieser Schmankerl-Markt mit seinen über 100 markisenbeschirmten, fest installierten "Buden" ist eine Institution und ein Muss! Einheimische & Touristen schlendern durch die Reihen, kaufen von Gewürzen, Blumen und Gemüse über Fleisch, Fisch bis hin zu Spezialitäten aus aller Herren Länder lustvoll hier ein. Danach setzt man sich auf einen kleinen Schwarzen, eine Wiener Melange, ein kleines Schalerl Gold oder einen Wiener Satz in einen Kaffeehausstand oder lässt sich von den Leckereien in den Bistros & Restaurants einfangen. Der auf das 16. Jahrhundert zurück gehende Markt zwischen linker und rechter Wienzeile, Nähe Karlskirche und U-Bahn-Station Kettenbrückengasse ist nicht nur eine riesige Verkaufsfläche sondern ein echtes Lebensgefühl! Ein Tip: wer den Parkplatz nutzen möchte, der sich an den Naschmarkt anschließt, der gehe die Treppen zur U-Bahn hinunter und in den kleinen Zeitungs- und Tabakladen. Dort könnt Ihr die zeitbegrenzten Parktickets erwerben, in die Ihr dann die Zeit Eures Aufenthaltes eintragen müsst.

Die Buschenschänken & Heurigen

Zum Abschluss unseres langen Wien-Reports, der Euch hoffentlich gute Tips gegeben und nicht genervt hat, noch ein Wort zu den liebenswerten Heurigen & Buschenschänken, wo man sich wie in Familie fühlen kann: gelöst, fröhlich und gut genährt von Wein & Backhänd'l (unglaublich lecker!). Der "Heurige" ist ein Synonym für das Lokal, aber auch den aktuellen Weinjahrgang, der diese Bezeichnung bis Martini (11.11.) führen darf. Ein "Wiener gemischter Satz" ist im Übrigen die Vielfalt Wiens in einem Glas. Man darf davon ausgehen, dass sich hier aus den verschiedensten Weingärten die Rebsorten Wiens mischen und wird sicher die Vielfalt des Lebens aus dem Satz heraus schmecken! Manchmal hört man in den lauschigen Lokalen noch die "lebende Wiener Musi". 

So, wir sagen leise "Servus, baba, Pfiat Euch, Pfiati" - es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir in dieser wirklich tollen, so vielfältigen und an Sehens- und Erlebenswertem reichen Stadt an der Donau waren. Macht Euch doch demnächst selbst ein Bild! Es lohnt sich auf alle Fälle...und: wir waren wirklich nur ein paar Tage in Wien. Es kommt darauf an, was man daraus macht!

 

 

Das ist das Angenehme auf Reisen, dass auch das Gewöhnliche durch Neuheit und Überraschung das Ansehen eines Abenteuers gewinnt.

Johann Wolfgang von Goethe

 

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