Gran Canaria - Zwischen Natur und (Sub-)Kultur

Fast jeder hat schon einmal irgendwann etwas von Gran Canaria gehört oder gesehen. Wenn man nicht sogar selbst schon einmal auf dieser Insel Urlaub gemacht hat. Gran Canaria gehört (wie man dem Namen nach schon vermuten kann) zu den Kanarischen Inseln im Atlantik. Zu Spanien zugehörig, befinden sie sich in der EU und sind somit für deutsche Reisende in Anreise und  bezüglich des Zahlungsmittels vor Ort sehr komfortabel. Unsere Urlauber haben sich für ein kleines Hotel in der Nähe der Dünen entschieden - die Appartments Nogal in Playa del Ingles. Eine kleine familiär geführte Mittelklasse - Anlage mit einem liebevoll gestalteten Garten und einem kleinen Pool.

Der Ort im Süden der Insel ist eine pulsierende Metropole geworden. Neben klassischer touristischer Infrastruktur wie Uferpromenade, vielen Geschäften, Restaurants und Bars, hat sich auch die Gay- und Lesbian-Szene in dem Ort einen Hotspot erschaffen. Diese fast einzigartige Mischung von Kultur und Subkultur macht diesen Ort so wunderbar bunt und sehenswert!

"Manchmal haben wir einfach nur dem Treiben zugesehen." erzählten unsere Kunden. Abends konnte man sehen, wie Feierfreudige in teilweise bunt-glitzernden Outfits zur Partymeile unterhalb der Promenade unterwegs waren. Diese Meile bestand fast nur aus Zelten, aus denen Musik der verschiedensten Genre zu hören war. Es gab sogar ein Zelt einer großen Fastfood Kette. "Sowas haben wir noch nie gesehen. Man kennt ja nur die üblichen festen Restaurants der Kette. Aber ein Zelt? Das war neu!" wurde uns berichtet. Generell sei jedoch zu sagen, dass dieser Ort für Familien mit (kleinen) Kindern nur bedingt zu empfehlen ist. Der Strand ist lang und wundervoll, aber Ruhe sucht man dort vergebens. Für Paare und Einzelreisende, die den Trubel und auch Shopping mögen, ist Playa del Ingles in jedem Fall eine Reise wert.

Im Vorfeld haben wir für unsere Kunden einen Mietwagen reserviert. Eine richtig gute Sache, wenn man Gran Canaria auch entdecken möchte. Und wie sich heraus stellte, war es von Deutschland aus auch erheblich günstiger. In jedem Fall lohnt es sich - da es im Inselinneren einige Überraschungen zu sehen gibt. Allen voran das "Tal der tausend Palmen" mit dem Bergdorf Fataga und dem Freilichtmuseum Mundo Aborigen - welches einen tollen Einblick in das Leben der Ureinwohner gewährt.

Interessant war vor allem das Freilichtmuseum. Es ist für uns kaum vorstellbar, dass die Ureinwohner im 14. Jh. auf Gran Canaria noch wie in der Steinzeit gelebt haben sollen. Es gab natürlich auch Clans, die z.B. ihre Frauen förmlich gemästet haben. Das galt damals als schön und fruchtbar. Schlanke Frauen hingegen waren eher verpöhnt. Ausserdem stand dem Oberhaupt des Clans bei jeder Frau das "Lus primae noctis" - das "Recht der ersten Nacht" - zu. Da durfte wohl ein Herrscher bei der Heirat einer ihm untergebenen Frau das Recht auf die Brautnacht oder einen entsprechenden Obulus stattdessen verlangen. Auch das ist heute in unserer Zivilisation undenkbar.

Es gab als Handwerk die Korbflechterei in den Orten. Als Fleischer wiederum hatte man es damals eher ruhig. Diese wurden aus dem Dorf verbannt und durften ihrem Handwerk nur ausserhalb nachgehen. Es galt schlicht als unrein, wie uns unsere Reisenden erzählten.

Die Fahrten über die Insel führten unsere lieben Kunden auch nach Agüimes. Ein wirklich hübscher Ort im Südosten der Insel mit einigen Besonderheiten. Zum Beispiel diese Bronzefiguren. Mal etwas völlig anderes, da sie Alltagssituationen darstellen. Von der "zänkischen Alten" über ein "Liebespaar", eine "Lesegruppe", "spielende Kinder" bis hin zu einer "Bonbonfrau" war fast alles vertreten, was man an einem sonnigen Tag in einem solchen Städtchen alltäglich zu sehen bekommt.

Ausserdem fanden sie den Ort Arucas mit der schwarzen Pfarrkirche San Juan Bautista sehr beeindruckend. 

Eine bunte Überraschung fanden sie in Teror - einem kleinen, fast unscheinbaren Dorf im Norden der Insel. Die historischen und manchmal bunten Häuschen des Wallfahrtortes (verehrt wird hier die Heilige „Virgen del Pino“) rund um die Basilika sind teilweise aus dem 16. Jh.. Der komplette Ort steht seit den 70er Jahren unter Denkmalschutz. Man hat auf dem Platz vor der Basilika das Gefühl, mitten in einer Filmkulisse zu stehen.

 

Ein Bootsausflug durfte selbstverständlich auch nicht fehlen und unsere Reisenden bekamen bei strahlendem Sonnenschein sogar ein paar Delfine vor die Linse. Was für ein besonderes Erlebnis!

 

"Es war so eine wundervolle Zeit! Und so vielfältig, was einem geboten wird." schwärmen unsere Reisenden. Fazit ihres Urlaubes auf Gran Canaria: von der Steinzeit zur Moderne ist alles dabei! Und: Gran Canaria hat viel mehr zu bieten, als der erste Blick vermuten lässt. Karge Küsten, aber ein grünes Inland. Ein Mietwagen ist absolut empfehlenswert und - dank der ausgebauten Straßen vor Ort - überhaupt kein Problem. Wir danken für die tollen Bilder und den wundervollen Bericht in unserem Reisebüro in Wurzen und freuen uns schon auf die nächste Reise unserer Kunden. So sind wir immer mit dabei! Danke!

 

Anja Schwartz

-Reisebüro Wahl GmbH-

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