Montenegro - Land der wilden Schönheit

Die Bucht von Kotor

Unsere Kunden flogen von Leipzig zum Flughafen Tivat, 4 km von der Stadt entfernt, welche erst zur Republik Venedig und später zur österreich-ungarischen Monarchie gehörte. Tivat liegt in der Bucht von Kotor. Die Bucht ist eine 30 km lange, fjordartig gewundene Naturschönheit, die von hohen Bergflanken gesäumt wird. Durch die 1.000 m tief in das umliegende Karstgebirge eingeschnittene Bucht, sind antike Kultur- und Handelsstädte - vor den Bora-Winden geschützt - entstanden, und haben bis heute sehenswerte Spuren hinterlassen. Es ist eine der am dichtesten mit religiösen Stätten ausgestatteten Regionen am Mittelmeer. Wallfahrtsorte sind das Benediktiner-Kloster Sveti Đorđe, das orthodoxe Kloster Savina sowie die Nemanjiden-Gründung des Klosters des heiligen Michaels auf der Blumeninsel.

Wer gut zu Fuss ist und sich das harte Work-Out zutraut, kann wie unsere Kunden die antike Stadtmauer von Kotor entlang laufen, um zu einem herrlichen Aussichtspunkt über die umliegenden Berge zu gelangen. 3,2 oder 4,5 km lang erklimmt man dann die steinerne Barriere wie die Chinesische Mauer. Beim Restaurant Bastion, dem ehemaligen Herz der Festung Kotor, startet man über Treppen nach oben und folgt der Mauer nach Westen in Richtung Meer, bis man in der Nähe des südlichen Stadttores wieder hinabsteigen kann.

 

Die Altstadt von Kotor ist einen Besuch wert - auch wenn hier mehr Touristen als in anderen montenegrinischen Orten durch die Gassen schlendern, ist die Dubrovnikähnliche Stadt-Schwester noch längst nicht so überlaufen wie die kroatische Metropole. Die pittoreske Lage von Kotor, seine religiöse und historische Bedeutung haben dieser Stadt - als bisher einziger in Montenegro - einen Eintrag auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste beschert. Trotz des blauen Mittelmeers, welches die Stadt bewacht, ist Kotor für Badeurlauber nicht unbedingt zu empfehlen. Sie müssen sich hier - wie an vielen Stellen im kleinen Balkanstaat - mit Beton-Badeplattformen oder Kiesstrand begnügen.

Die Ruinenstadt Stari Bar & die Hafenstadt Bar

45 km weiter südlich entlang der Küste liegt die alte Ruinenstadt Stari Bar. 4 km ausserhalb an den Hängen des Rumija-Gebirges sowie deren sozialistische Neu-Interpretaition an der Küste.

 

1979 wurde Stari Bar von einem Erdbeben zerstört. In Veliko Dvorac, dem einstigen Sommerpalast des montenegrinischen Herrschers, kann man sich über die Geschichte der Stadt informieren.

 

Bar profitierte in der Vergangenheit als Endstation der Bahnlinie Belgrad-Bar/Handelshafen.

Die sogenannte "Tito-Bahn" ist eine 1976 fertiggestellte 476 km lange elektrifizierte Hauptbahn in Serbien und Montenegro, die Belgrad mit dem Mittelmeerhafen Bar verbindet. Sie wurde von den Jugoslawischen Staatsbahnen (JŽ) in 25 Jahren Bauzeit errichtet. Unsere Kunden fuhren ein Stück mit der Gebirgsbahn, die drei Gebirgszüge im Dinarischen Gebirge überquert und ihren Scheitelpunkt auf 1032 m hat. Die Maximalsteigung der Bahnstrecke wird mit 17-25% angegeben. Die in Europa als eine der schwierigsten Trassenführungen bekannte Strecke machte 254 Tunnel und über 243 Brücken notwendig..

 

Nachdem die Bahn hinter Kolašin das nordmontenegrinische Hochland durchquert, gelangt der Reisende in den technisch anspruchsvollsten Teil: in den karstigen Gebirgsabschnitten der Morača-Schlucht. Die Trassse verläuft dann zwischen über 2.200 m hochragenden Bergen über zahlreiche Galerien und Tunnel in die subtropischen Gefilde der Zeta-Ebene.

Nach Überquerung des Mala Rijeka Viadukts kündigt sich mit Zypressen & Feigen ein Wechsel zum mediterranen Lebensraum an. Nach kurzer Fahrt, dem Unterlauf der Morača folgend, erreicht die Bahn Podgorica.

 

Einige Eindrücke konnten unsere Kunden festhalten, denn der Reiseführer war so genial, die Picture Points auf die Sekunde genau anzusagen, ehe die Bahn vorbeiraste.

 

In Bar schlenderten unsere Kunden durch das muslimische Viertel, wo man hervorragend gegrilltes Lammfleisch essen kann, aber kein Bier & keinen Wein dazu bekommt. Alkohol verboten! Dieses Viertel resultiert geschichtlich aus dem Erwerb eines schmalen Küstenstreifens von Bar bis Ulcinj durch Montenegro in den Jahren 1878/80. Eine orthodox-katholisch-muslimische und in sprachlicher Hinsicht montenegrinisch-albanische Übergangszone wurde damit in das kleine Land integriert. Hier leben Menschen unterschiedlicher Religionen eng beieinander, wie der orthodoxe Kirchenneubau, der aus Spenden wie die Frauenkirche in Dresden  errichtet wurde, deutlich beweist.

Tito-Bahn & Moraca Schlucht

Eines hat uns überrascht - unsere Kunden haben berichtet, sie hätten Julia Roberts nicht gesehen...?! Wieso fragten wir uns und haben gegoogelt. Das nächste Foto zeigt eine der teuersten Privat-Hotel-Inseln der Welt - in Montenegro!!

Auf der nicht einmal zwei Hektar großen Insel Sveti Stefan befindet sich ein Luxusresort vom Feinsten - das Aman. Wo früher einmal ein idyllisches Fischerdörfchen war, urlauben jetzt in Verschwiegenheit Promis & Stars.

Sveti Stefan

Stari Budva

Die Stadt Budva  in der gleichnamigen Gemeinde Montenegros  lag ursprünglich auf einer Insel, die mittlerweile durch eine Sandbank mit dem Festland verbunden ist. Wo die Stadt heute steht, existiert seit ewiger Zeit einer der ältesten Orte an der Adria  - laut der Legende vor über 2.500 Jahren gegründet.

Auch Budva wurde 1979 während des Erdbebens fast völlig zerstört, aber originalgetreu wieder aufgebaut. Heute ist es vor allem ein Badeort - das hat es seinen feinen, hellen Sandstränden zu verdanken. Mittlerweile ist die Stadt eines der beliebtesten Urlaubsziele an der Küste von Montenegro und deshalb sind die Strände in der Hauptsaison meist hoffnungslos überfüllt. Vor Budva ragt eine kleine Felsinsel aus dem azurblauen Wasser: Sveti Nikola. Ausser dem Leuchhturmwärter wohnt hier kein Mensch, aber entweder 1 km schwimmend oder 3x täglich per Boot kommen seine Besucher ständig zu ihm. Von der Bevölkerung wird die Insel liebevoll Havaj - abgeleitet von Hawaii - genannt. Einige Strände in Budva sind direkt nach ihren "Entdeckern" benannt - so der Slowenische Strand. Wer also in diese Richtung reist, sollte sich nicht wundern, dass hier kaum Deutsch sondern eher Slowenisch & Russisch gesprochen werden.

 

Auch die Altstadt von Budva wurde von einer mittelalterlichen Stadtmauer, die heute unter Denkmalschutz steht, geschützt.. Österreichische Architekten rekonstruierten dieses Gebiet nach dem Erdbeben im venezianischen Stil Stein für Stein.

 

Am Fuß des Berges Spas liegt westlich der Stadt die 1860 von Österreichern errichtete Festung Mogren. Die Festung Kosmač, ebenfalls von Österreich-Ungarn in den 1840er Jahren gebaut, liegt an der Straße von Budva nach Cetinje. Es war die südlichste Festung des Habsburgerreiches.

Fazit unserer Montenegroreisenden: es ist kein Land für ausschließlich Badeurlaub und All Inklusive-Liebhaber. Wer in den kleinen Balkanstaat reist, sollte neugierig auf aussergewöhnliche Naturkulissen, Land & Leute sein und sich mit Bus, Bahn, zu Fuß oder per Schiff bewegen wollen. Sie würden wieder nach Petrovac reisen, auch wenn die Teil-Invest-Ruine des Hotels und der nicht beendete Pool keine Empfehlungen sind. Der Ort ist noch ein "Geheimtipp" für ruhige und nicht stark frequentierte Strände und einen entspannten Aufenthalt.

Montenegro wird in einigen Jahren ein TOP-Reiseziel wie Kroatien oder andere Adria-Staaten sein. Momentan ist es aber auf Touristenströme noch nicht zu 100% vorbereitet und man muss als Reisender mit den liebenswürdigen Eigenheiten und HInterlassenschaften der langen Geschichte und ihrer Beherrschenden rechnen und darauf gespannt sein. Dann ist es ein Land, in dem man sich wohlfühlt und mit unglaublichen Eindrücken wieder nach Hause fliegt.

 

Also: immer schön neugierig bleiben!

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